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Hochgestellte Stühle in einem Restaurant: Gastronomie mit vielen Pleiten

Foto: Moritz Frankenberg / dpa

Die Dauerschwäche der deutschen Wirtschaft treibt eine wachsende Zahl von Firmen in die Pleite. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im ersten Halbjahr auf den höchsten Stand seit 2013 gestiegen. Laut einer Erhebung des Verbands der Vereine Creditreform gab es 12.900 Pleiten und damit 7,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

»Die steigenden Insolvenzzahlen offenbaren eine tiefe strukturelle Krise bei unseren Unternehmen,die durch den Konflikt im Nahen Osten noch mal verschärft wurde«,erläutert der Leiter der Creditreform-Wirtschaftsforschung,Patrick-Ludwig Hantzsch. Der erhoffte Konjunkturaufschwung sei durch die monatelange Blockade der Straße von Hormus bisher ausgeblieben.

Der Pleitehöhepunkt ist nach Einschätzung von Creditreform noch nicht erreicht. »Diese Entwicklung wird sich erst dann wieder stabilisieren,wenn die Wirtschaft endlich wächst. Nach jetzigem Stand also frühestens 2027«,erklärt Hantzsch.

Insolvenzgläubiger,darunter Lieferanten,Kreditgeber und Sozialversicherungsträger,mussten den Angaben zufolge »überdurchschnittlich hohe Ausfälle« hinnehmen. Die Schadenssumme infolge von Unternehmensinsolvenzen belief sich laut Creditreform im ersten Halbjahr auf rund 28,5 Milliarden Euro. Rund 165.000 Arbeitsplätze waren betroffen.

Einen überdurchschnittlichen Anstieg der Pleitezahlen um 28,6 Prozent verzeichnet Creditreform bei Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten. Es traf etwa den Hotelbetreiber Revo-Hospitality-Gruppe,die Baumarktkette Hellweg und den Spielwarenhändler Rofu Kinderland.

Von der Gründung in die Insolvenz

Deutlich mehr Insolvenzen gab es auch bei jungen Unternehmen: Bis zu zwei Jahre nach dem Start am Markt gaben 1140 Gründerinnen und Gründer auf – gut ein Viertel (25,3 Prozent) mehr als im ersten Halbjahr 2025. »Das schwierige Umfeld verzeiht keine Fehlkalkulationen«,sagt Hantzsch.

Auch immer mehr Privathaushalte,die zuletzt mit wieder kräftiger steigenden Verbraucherpreisen zu schaffen hatten,geraten in finanzielle Not: Im ersten Halbjahr 2026 zählte Creditreform 38.800 Verbraucherinsolvenzen und damit 2,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Anstieg fiel jedoch geringer aus als in den beiden Vorjahren und erreichte nicht das Niveau früherer Jahre.

»Zwar belasten die gestiegenen Lebenshaltungskosten und die Inflation viele Verbraucher,der deutsche Arbeitsmarkt zeigt sich jedoch immer noch weitgehend robust,auch wenn zunehmend insbesondere im verarbeitenden Gewerbe gut bezahlte Stellen abgebaut wurden«,analysiert die Auskunftei.

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Amtliche Zahlen bestätigen Trend

Für das erste Quartal meldeten die Amtsgerichte Zahlen des Statistischen Bundesamtes zufolge 6275 beantragte Unternehmensinsolvenzen und damit 6,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das passt zu den Größenordnungen,die Creditreform ermittelt hat. Im Gesamtjahr 2025 waren amtlichen Zahlen zufolge so viele Unternehmen in Deutschland in die Pleite gerutscht wie seit 2014 nicht: 24.064. Schon 2023 und 2024 hatte die Zahl der Firmenpleiten deutlich zugelegt,nachdem die staatlichen Hilfen aus der Coronapandemie ausgelaufen waren. Sie hatten vielen Betrieben das Überleben gesichert.

mamk/dpa-AFX/AFP

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