Cola, Limo und andere Deutsche Firmen produzieren jährlich 93 Liter zuckerhaltige Getränke pro Kopf

2026-02-13 https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/zucker-deutschland-produziert-93-liter-an-cola-limo-und-co-pro-kopf-a-313de422-32be-4eb9-8f60-a6574d1a5de4 HaiPress

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Coca-Cola in der Produktion

Foto: Arnaud Journois / Le Parisien / picture alliance

Zu viel Zucker ist ungesund,doch bei vielen Menschen in Deutschland überwiegt offenbar die Sucht nach Süßem. Ungeachtet der Debatte über die gesundheitlichen Folgen nehmen die Verbraucherinnen und Verbraucher weiter erhebliche Mengen zu sich. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte,blieb die Produktionsmenge von zuckerhaltigen Erfrischungsgetränken wie Cola oder Limonade im Jahr 2024 mit 7,7 Milliarden Litern nahezu auf demselben Niveau wie im Vorjahr (minus 0,2 Prozent). Pro Kopf entspricht dies 93 Litern.

Mit Blick auf die Produktion von Erfrischungsgetränken wies das Statistische Bundesamt darauf hin,dass die Produktion von Light-Varianten zuletzt stieg: 2024 wurden demnach »1,5 Milliarden Liter brennwertverminderte Cola und Limonaden hergestellt« – gut 18 Liter Light-Getränke pro Kopf. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Produktion um 5,7 Prozent.

Insgesamt übersteigt das Produktionsvolumen zuckerhaltiger Getränke das von Light-Produkten damit allerdings immer noch deutlich. Noch vor den zuckerhaltigen Getränken kommt indes das Mineralwasser: 2024 wurden in Deutschland laut Statistik 12,7 Milliarden Liter Mineral-,Tafel- und Heilwasser produziert – gut 152 Liter pro Kopf.

Risiko für Adipositas

Zugleich wies das Bundesamt darauf hin,dass der jährliche Zuckerverbrauch pro Kopf im Jahr 2023 in Deutschland bei 41,2 Kilogramm gelegen habe – rechnerisch jeden Tag 38 Stück Würfelzucker. Im weltweiten Durchschnitt habe die Verbrauchsmenge von Zucker nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO hingegen bei 24 Stück Würfelzucker pro Kopf gelegen,führte das Bundesamt aus. Die Empfehlung der Welternährungsorganisation WHO liege für Menschen mit gesundem Körpergewicht bei nur knapp 17 Stück Würfelzucker pro Tag.

Hoher Zuckerkonsum wirke sich auf die Gesundheit aus und erhöhe das Risiko für Adipositas,Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen,erklärte das Bundesamt weiter. Nach WHO-Angaben seien 2022 in Deutschland knapp ein Viertel (24 Prozent) der Erwachsenen und acht Prozent der Kinder und Jugendlichen von Adipositas (Fettleibigkeit) betroffen gewesen. Mehr zu den Gesundheitsrisiken lesen Sie hier

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Zuckersteuer gefordert

Eine Steuer auf Zucker,um den hohen Konsum zu begrenzen,habe es laut WHO im Jahr 2024 weltweit in 116 Staaten gegeben,erklärte das Bundesamt zudem. Zu diesen Ländern zählen demnach beispielsweise Frankreich,Polen,Großbritannien,Saudi-Arabien,Brasilien,Indien und Südafrika.

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In Deutschland gibt es dagegen keine derartige Steuer. Wie die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) berichteten,spricht sich allerdings eine Mehrheit der Verbraucherinnen und Verbraucher für eine Abgabe auf stark gesüßte Getränke aus. Dies ergab demnach eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Verbraucherorganisation Foodwatch,der zufolge 60 Prozent der Befragten es befürworten,wenn Hersteller eine gestaffelte Steuer je nach Höhe des Zuckergehalts zahlen müssten. 38 Prozent lehnen das ab. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hatte Ende vergangenen Jahres eine Gesetzesinitiative für eine bundesweite Zuckersteuer angekündigt.

esk/AFP

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