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Symbolbild Goldbarren: Reserven im Wert von rund 160 Milliarden Euro in den USA

Foto: Stefan Wermuth / Bloomberg / Getty Images

Donald Trumps neoimperialistische Politik und sein erratischer Zollkurs beunruhigen auch führende Finanzexperten. Im Umfeld der Bundesbank beispielsweise werden nun Forderungen laut,die deutschen Goldreserven im Wert von rund 160 Milliarden Euro aus New York abzuziehen.

Der frühere Leiter der Forschungsabteilung der Bundesbank,Emanuel Mönch,sagte dem »Handelsblatt«

: »Angesichts der geopolitischen Situation scheint es aktuell riskant,so viel Gold in den USA zu lagern. Im Sinne einer größeren strategischen Unabhängigkeit von den USA wäre die Bundesbank darum gut beraten,über eine Rückholaktion nachzudenken.«

In einem Tresor in New York lagert ein großer Teil des deutschen Goldes. Die Bundesbank hatte sich bereits vor Jahrzehnten dazu entschieden,um die Unabhängigkeit Deutschlands etwa im Fall eines sowjetischen Angriffs zu sichern. Nun könnte die Lagerung in den USA diese strategische Unabhängigkeit bedrohen. So mancher fragt sich schließlich,ob der Zugriff auf das Gold auch unter dem aktuellen US-Präsidenten weiterhin so frei möglich sein wird (lesen Sie hierzu den Kommentar: Holt unser Gold zurück!

).

Goldpreis auf Rekordhoch

Auch die finanzpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag,Katharina Beck,bringt eine Verlagerung ins Spiel. Die Goldreserven seien »ein wichtiger Stabilitäts- und Vertrauensanker. Sie dürfen auf keinen Fall zum Spielball geopolitischer Auseinandersetzungen werden.« Solange US-Präsident Donald Trump regiere,könne man das wohl am sichersten ausschließen,»wenn die Goldreserven ab jetzt in Deutschland verwahrt werden«.

Die Bundesbank lagert 1236 Tonnen Gold bei der regionalen US-Notenbank Fed in New York. Ausgerechnet Trumps Politik trug in den vergangenen Monaten entscheidend dazu bei,dass der Preis für Gold von einem Rekord zum nächsten eilte. Kurz vor der Rede des US-Präsidenten auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos war das von vielen als Krisenwährung angesehene Edelmetall mit 4887,82 Dollar je Feinunze gehandelt worden – so teuer wie noch nie. Nach der Rede gab der Preis wieder etwas nach.

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Die finanzpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion,Frauke Heiligenstadt,kann Sorgen um die Goldreserven nach eigenen Angaben zwar nachvollziehen,rät aber von Panik ab: »Die deutschen Goldreserven sind gut diversifiziert angelegt.« Die Hälfte liege in Frankfurt,»sodass unsere Handlungsfähigkeit sichergestellt ist«. Der Standort New York sei sinnvoll,denn »Deutschland,Europa und die USA sind finanzpolitisch eng miteinander verbunden«.

apr

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