2025-04-07 HaiPress
„Seit Beginn von Donald Trumps zweiter Amtszeit stehen Zölle wieder im Mittelpunkt der Wirtschaftspolitik. Heute gelten neue Handelsbarrieren,morgen wieder andere. Eines ist sicher: Die aktuelle Ankündigung des US-Präsidenten ist hart und wird nicht die letzte sein“,sagt Claus Paal,Vizepräsident des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertages (BWIHK) und Präsident der IHK Region Stuttgart. „Das ist eine schlechte Nachricht für die exportorientierten Unternehmen in Baden-Württemberg. Denn eine verlässliche Planung wird dadurch unmöglich.“
Derzeit seien die USA der wichtigste ausländische Absatzmarkt für Waren aus dem Land. Doch bereits jetzt hinterlasse die Trumpsche Zollpolitik Spuren bei Wirtschaft und Verbrauchern. „Das Gespräch mit den USA zu suchen,ist immer wichtig,wenngleich die Chancen auf eine schnelle Einigung aktuell sicher nicht gut sind. Wir brauchen eine Neuausrichtung europäischer Politik“,fordert Paal. „Europa muss seine eigene Rolle im Welthandel stärken und gezielt Freihandelsabkommen mit Regionen auf der ganzen Welt vorantreiben,die an einer Zusammenarbeit interessiert sind.“
Hier sieht der BWIHK-Vize vor allem die EU in der Pflicht. „Statt weitere Bürokratie aufzubauen,die unserer Wirtschaft auch noch schadet,muss die EU entschlossen und mit Tempo den Freihandel vorantreiben. Freihandelsabkommen dürfen nicht Jahrzehnte dauern. Das Beispiel Mercosur zeigt: Alles ist verhandelt,aber wir können trotzdem nicht starten. Das werden wir uns künftig nicht mehr leisten können.“
Zahlen und Fakten zum Hintergrund:
Die USA sind der mit Abstand wichtigste ausländische Absatzmarkt für Waren aus Baden-Württemberg.
Unternehmen BWs haben laut Statistischem Bundesamt 2024 Waren im Wert von 34,81 Milliarden Euro in die USA exportiert. Das sind rund 22 Prozent aller deutschen Ausfuhren in die USA.
Die Importe aus den USA nach Baden-Württemberg lagen 2024 bei 18,34 Milliarden Euro.
Die wichtigsten Exportgüter aus Baden-Württemberg:
Der Anteil des Exports aus BW in die USA bei Kraftwagen und Kraftwagenteilen liegt bei 26,5 Prozent (9,2 Milliarden Euro),das ist die wichtigste Gütergruppe,die exportiert wird.
Gleich dahinter kommen pharmazeutische Erzeugnisse mit 24,4 Prozent (8,5 Milliarden Euro).
Zölle:
Derzeit gibt es bereits Zusatzzölle auf Eisen,Stahl,Aluminium und Waren daraus in Höhe von 25 Prozent.
Für Kfz und Kfz-Teile wird das gerade umgesetzt.
Auf Importe aus der EU sollen ab Samstag Zölle in Höhe von 20 Prozent erhoben werden.
Der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) ist eine Vereinigung der zwölf baden-württembergischen Industrie- und Handelskammern (IHKs). In Baden-Württemberg vertreten die zwölf IHKs die Interessen von mehr als 650.000 Mitgliedsunternehmen. Zweck des BWIHK ist es,in allen die baden-württembergische Wirtschaft und die Mitgliedskammern insgesamt betreffenden Belangen gemeinsame Auffassungen zu erzielen und diese gegenüber der Landes-,Bundes- und Europapolitik sowie der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) und anderen Institutionen zu vertreten.
PM Baden-Württembergischer Industrie- und Handelskammertag
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